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Kurz vor 17:00 Uhr füllt sich der Raum des Königs Wusterhausener Bürgertreffs. Es wird der 83jährige Michael Maor aus Israel erwartet.

Besonders herzlich begrüßen ihn Thomas Thiele und Daniel Gensigk. Beide Vorstandsmitglieder des KJR hatten ihn während eines Fachkräfteaustausch in Israel zu Hause besuchen können.

// Zeitzeugengespräch mit Michael Maor
11.10.2016 - SJR mit Partnerverbänden und Gästen

Michael Maor

> 1933 geboren in Halberstadt

> 1939 Flucht der Familie nach Jugoslawien

> 1944 Eltern bei einem Angriff erschossen

> 1945 in britischer Kolonie Palästina

> Kindheit und Jugend mit Adoptivmutter

> Leben in einem Kibbuz

> Militärdienst / Fallschirmspringer in Israel

> Studium der Fotografie in Köln

> 1966 Rückkehr nach Israel

> historisch bedeutende Fotos ... siehe unten

> spät bekanntgewordene Fotos ... siehe Text

Mit fester, leiser Stimme und viel Witz berichtet Michael Maor über sein ungewöhnliches Leben.

 

Die Anwesenden hören gespannt zu.

Seine Eltern verließen als Juden 1939 Deutschland. Er war da 6 Jahre alt.

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Letztendlich landete die Familie in Jugoslawien. Seine Eltern kämpften dort gegen die Faschisten und wurden bei einem Gefecht getötet.

"Wie ein Paket" wurde er nach dem Krieg in die britische Kolonie Palästina "verschickt", wo er bei einer Adoptivmutter in einem Kibbuz aufwuchs. Die eigene Familie fehlte - man spürt es noch heute.

Über seinen Militärdienst und mehrere Jahre als Fallschirmspringer berichtet er nicht ohne Stolz.

Er kehrte zurück nach Deutschland, wo er in Köln Fotografie studierte.

1960 erhielt er den Auftrag, Dokumente im Büro des Generalstaatsanwaltes Fritz Bauer heimlich zu fotografieren.
Den Büroschlüssel hatte man ihm mit Wissen Fritz Bauers zugesteckt.

Elf Tage später wird der Kriegsverbrecher Adolf Eichmann, der während des Zweiten Weltkriegs die Judentransporte in die Vernichtungslager organisiert hatte, von Agenten des Mossad in Argentinien entführt und nach Israel gebracht.

 

Hier wird ihm der Prozess gemacht. Im Mai 1962 wird Eichmann hingerichtet.

Die von Michael Maor fotografierten Dokumente halfen bei der Entführung aus Argentinien und der Beweisführung gegen Eichmann.

Erst spät kann Michael Maor darüber reden - auch über seine weitere Tätigkeit im "Schatten". Und nun reist er unermüdlich von Gesprächsrunde zu Gesprächsrunde.

Der Mann ist eine Legende. Nicht nur wegen der fotografierten Eichmann-Dokumente.

Er begegnet Menschen der Weltgeschichte, schießt 1966 das historische Foto mit Ben-Gurion und Konrad Adenauer und das berühmte Foto mit Marlene Dietrich und dem Jerusalmer Bürgermeister Teddy Kollek und viele weitere...

Ein beeindruckender Mensch, der witzig und bescheiden von seinem reichen Leben berichtet und man kann nur ahnen, was dieser Mann wirklich erlebt hat - vieles wird wohl weiter im Schatten bleiben.

© GKD – 2016 10 11

Foto: Michael Maor
Foto: Michael Maor

1966: Adenauer besucht Israel und wird von Ben-Gurion herzlich umarmt

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Foto: Michael Maor
Foto: Michael Maor

Jerusalems Bürgermeister Teddy Kollek zu Füßen der Diva Marlene Dietrich

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Foto: Michael Maor
Foto: Michael Maor

1966: Adenauer besucht Israel und wird von Ben-Gurion herzlich umarmt

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zwei berühmte Fotos von Michael Maor

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Fotos von der Veranstaltung